Ein Bolzplatz in München. Ein Ball rollt, Stimmen werden laut – und mittendrin: Mädchen, die rufen, lachen, spielen. Selbstbewusst. Sichtbar.
Für Anna Seliger war genau das lange keine Selbstverständlichkeit. Als Sozialpädagogin erkannte sie früh, dass Mädchen im öffentlichen Raum oft weniger Platz einnehmen – gerade im Fußball.
Mit Projekten wie „Lilalu“ und dem „Applaus“-Ferienprogramm hat sie bereits Räume für Kinder geschaffen. 2007 ging sie einen Schritt weiter und gründete „Mädchen an den Ball“.
Die Idee: ein kostenfreies Fußballangebot für alle Mädchen – ohne Leistungsdruck, ohne Hürden, ohne sich behaupten zu müssen.
Mit viel Gespür, Leidenschaft und einem klaren Blick für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen entwickelt Anna Seliger Projekte, die nachhaltig wirken und echte Veränderungen anstoßen.
Gerade vor dem Hintergrund des wachsenden Ganztagsanspruchs und der gesellschaftlichen Diskussion um Chancengleichheit gewinnen außerschulische Bildungsorte zunehmend an Bedeutung. Projekte wie „Mädchen an den Ball“ und das „Applaus”-Ferienprogramm zeigen, welches Potenzial in außerschulischen Programmen steckt – als Ergänzung zum klassischen Bildungssystem und als wichtiger Baustein der Kinder- und Jugendhilfe.
Die Erfahrungen aus der Praxis machen deutlich: Diese Programme sind längst mehr als nur „Betreuung“. Sie sind Orte der Förderung, der Integration und der Persönlichkeitsentwicklung.
Mit ihrem Ansatz setzen sie ein klares Zeichen: für mehr Sichtbarkeit, mehr Anerkennung und mehr Investitionen in außerschulische Bildungsangebote.
Über 3300 Kinder besuchen das Ferienprogramm Applaus im Jahr und es trainieren in München jede Woche an 19 Standorten über 1.00 Mädchen insgesamt monatlich. Neue Angebote entstehen jetzt gerade in Allach, Aubing und Sendling-Westpark.
Und es gibt eine Frau, die genau dafür seit Jahren diese Programme schafft: Anna Seliger.