Fünf Fälle: Pyrotechnik in Innenräume geworfen – Täter schreckt selbst vor Kirche nicht zurück

Am Montag, 14. September, haben im Zeitraum von 16.30 bis 17.15 Uhr ein oder mehrere bislang unbekannte Täter pyrotechnische Gegenstände in fünf Tatobjekte geworfen.

Im ersten Fall bemerkte eine 44-jährige Frau, die sich alleine in ihrer Erdgeschoss-Wohnung im Bereich „Am See“ aufhielt, wie um 16.30 Uhr ein brennender pyrotechnischer Gegenstand in ihren Eingangsbereich geworfen wurde. Ob der Täter hierbei die Wohnung betreten hatte, oder den pyrotechnischen Gegenstand durch ein Fenster warf, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Frau verständigte ihren Ehemann, welcher den Gegenstand löschte.

Fall 2 ereignete sich im Bereich des Jagdfeldrings. Dort befand sich gegen 16.50 Uhr eine 23-Jährige auf dem Balkon ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss. Bei ihr waren zwei 17-Jährige. Sie bemerkten, wie ein brennender pyrotechnischer Gegenstand in einen Spalt zwischen dem Balkon und der Hauswand gesteckt und entzündet wurde. Sie gingen daraufhin zurück in die Wohnung und schlossen die Balkontüre. Nachdem der pyrotechnische Gegenstand fast komplett abgebrannt war, löschten sie ihn mit Wasser.

Im dritten Fall warfen, ebenfalls um 16.50 Uhr, ein oder mehrere unbekannte Täter einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand durch die geöffnete Balkontür in eine Wohnung im ersten Obergeschoss im Bereich der Hans-Stießberger-Straße. Als die 56-jährige Bewohnerin diesen bemerkte, warf sie ihn auf den Gehweg.

Brennenden Gegenstand während der Messe in Kirche gelegt

Fall 4: Gegen 17 Uhr betraten der oder die bislang unbekannten Täter während einer Messe den Eingangsbereich der Kirche am Jagdfeldring. Sie legten einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand in den Eingangsbereich und entfernten sich anschließend in unbekannte Richtung. Mehrere Teilnehmer der Messe nahmen Rauchgeruch war. Der pyrotechnische Gegenstand wurde daraufhin von einem Teilnehmer in den nahegelegenen See geworfen.

Fall 5: Um 17.15 Uhr schließlich wurde ein brennender pyrotechnischer Gegenstand durch den geöffneten Hintereingang eines Ladengeschäfts am Jagdfeldring in den Verkaufsbereich geworfen. Im Anschluss flüchtete der Täter mit einem Fahrrad. Im Verkaufsbereich befand sich der 28-jährige Geschäftsführer.

Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe der einzelnen Tatorte wird von einem Tatzusammenhang der einzelnen Taten ausgegangen. Der Gesamtschaden aller Fälle liegt im niedrigen vierstelligen Bereich. Das für Branddelikte zuständige Kommissariat der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Einer der Täter konnte wie folgt beschrieben werden:
Männlich, 1,60 Meter groß, circa 14 Jahre alt, kurze schwarze Haare, trug schwarzes T-Shirt und dunkle Hose

Zeugen werden gesucht

Für diese fünf Fälle der versuchten schweren Brandstiftung sucht die Polizei weitere Zeugen: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich Münchner Straße, Jagdfeldring, Am See, Hans-Stießberger-Straße (Haar) Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Telefon 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Die Kriminalpolizei bittet die Anwohner, Aufzeichnungen eventuell installierter Überwachungskameras zum Tatzeitraum zu sichten. Auch wenn lediglich die Überwachung von Privatgelände rechtlich möglich ist, ist eine Aufnahme der unbekannten Täter denkbar.

north