Die U5 nach Freiham darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, drängt die Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing (BVAN). Sie fordert ein klares Bekenntnis und eine verbindliche Planung, nachdem der Bauausschuss des Stadtrates die Entscheidung auf die am Mittwoch (21. Oktober) anstehende Sitzung der Vollversammlung des Stadtrats vertagt hat.
Die erneute Vertagung der Entscheidung über die nächsten Schritte zur Verlängerung der U5 von Pasing nach Freiham ist ein alarmierendes Signal. Während der neue Stadtteil wächst, bleibt offen, wann eine leistungsfähige Verkehrsanbindung geschaffen wird. Freiham darf nicht weiterentwickelt werden, ohne dass die dafür notwendige Infrastruktur verbindlich geplant und umgesetzt wird, so die BVAN. Bis 2040 soll Freiham auf etwa 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen. Gleichzeitig soll die Zahl der Arbeitsplätze um rund 80 Prozent auf etwa 15.000 steigen. Schon heute sei die ÖPNV-Anbindung für viele Wege nicht ausreichend. Wer kein Auto besitzt, ist in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Mit dem weiteren Wachstum werde sich diese Lage verschärfen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.
Die Stadt spricht von „Die Stadt weiterbauen“ und von der „Stadt der kurzen Wege“, erinnert die Bürgervereinigung. Diese Leitbilder müssen sich auch bei der Verkehrsanbindung bewähren. Ein neuer Stadtteil brauche vom Beginn seiner Entwicklung an verlässliche, leistungsfähige Verbindungen – und nicht erst dann, wenn die Straßen und Busse an ihre Grenzen stoßen. Die Verlängerung der U5 von Pasing nach Freiham sei dafür zentral. Mit dem Vorhaltebauwerk wurden bereits bauliche Voraussetzungen geschaffen. Nun müsse die Politik die nächsten Planungsschritte verbindlich beauftragen und die Umsetzung konsequent voranbringen.
München steht vor erheblichen finanziellen und planerischen Herausforderungen. Zugleich wird über eine mögliche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele diskutiert. Es wäre nicht hinnehmbar, wenn dringend benötigte Verkehrsinfrastruktur im Münchner Westen zurückgestellt würde, um knappe Planungsressourcen auf ein Vorhaben zu konzentrieren, dessen Realisierung ungewiss ist. „Die Menschen im Münchner Westen dürfen nicht mit Expressbussen und einer unverbindlichen Aussicht auf eine Tram vertröstet werden”, fordert die BVAN. „Für eine Verlängerung der Tram 17 oder 19 gibt es bislang keine belastbare Perspektive. Auch eine Tram müsste geplant, finanziert und gebaut werden. Sie ersetzt nicht die notwendige Entscheidung über die langfristige Verkehrsanbindung Freihams.” Bürgerinnen und Bürger im Stadtbezirk haben verstanden, dass alle Parteien die U-Bahn versprochen und den Weiterbau auf den Weg gebracht haben, aber nun die Gefahr besteht, die Versprechen nicht einzulösen und die Investitionen zu versenken.
„Wir brauchen in der Vollversammlung des Münchner Stadtrats am 21. Oktober eine Entscheidung mit einem klaren Ja zur Verlängerung der U5 bis nach Freiham. Dafür kämpfe ich seit fast 20 Jahren. Die Realisierung muss nach der Entscheidung im Münchner Stadtrat zügig erfolgen. Alles andere wäre ein schwerer Schlag für den 21. und 22. Stadtbezirk“, so Johann Sauerer, BVAN-Mitglied, Stadtrat.
Die Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing e. V. fordert: