Die Mietsuche in Deutschland konzentriert sich zunehmend auf die Städte. Metropolen und kreisfreie Städte verzeichnen im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Anfragen nach Mietwohnungen, während das Interesse im Umland und im ländlichen Raum nachlässt. Das zeigt das aktuelle ImmoScout24 WohnBarometer.
„Die Nachfrage nach Mietwohnungen konzentriert sich immer stärker auf die Städte. Dass die Mieten dort bisher stabil bleiben, ist eine gute Nachricht. Damit das so bleibt, brauchen wir mehr Neubau und wir müssen mehr Menschen den Weg ins eigene Zuhause ermöglichen. Wer Eigentum erwirbt, macht Platz auf dem Mietmarkt”, erklärt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.
Die regionale Verschiebung ist klar zu erkennen: In den kreisfreien Städten liegen die Anfragen nach Mietangeboten 7 Prozent über dem Vorquartal, in den acht Metropolen 6 Prozent. Im Umland der Metropolen geht die Nachfrage um 3 Prozent zurück, im ländlichen Raum um 4 Prozent. Mieterinnen und Mieter zieht es also dorthin, wo Arbeitsplätze, Hochschulen und Infrastruktur sind. Hinzu kommt: Viele, die jetzt zur Miete suche, haben zuvor zum Kauf gesucht.
Wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen deutschen Metropolen sind, zeigt die Referenzwohnung mit 70 Quadratmetern. In München kostet sie im Bestand rund 1.414 Euro kalt pro Monat. In Leipzig, der günstigsten Metropole, sind es rund 636 Euro. Wer in München eine Neubauwohnung dieser Größe mietet, zahlt bei 27,57 Euro pro Quadratmeter rund 1.930 Euro kalt - so viel wie in keiner anderen Metropole.
Bei den Neubaumieten entwickeln sich die Metropolen unterschiedlich. Berlin verzeichnet mit −0,8 Prozent den stärksten Rückgang. In Frankfurt am Main (+0,1 Prozent), München (+0,6 Prozent) und Stuttgart (+0,7 Prozent) steigen die Mieten moderat. Köln (+1,7 Prozent) und Hamburg (+1,4 Prozent) legen am stärksten zu.