Frauen, die in männerdominierten Branchen in führender Position arbeiten, kennen es: Da ist der Kunde, der reflexhaft den männlichen Kollegen anspricht, obwohl dieser keine Leitungsfunktion innehat. Und da ist oft auch die allgemeine Erwartung, dass eine weibliche Führungskraft weniger durchsetzungsstark sei als ihr männliches Pendant. Dies hat vor allem mit überholten Rollenbildern zu tun.
„Arbeitnehmende, die in einer Branche arbeiten, in der das eigene Geschlecht in der Minderheit ist, treffen erfahrungsgemäß auf besonders festgefahrene Erwartungen“, weiß auch Bettina Desch vom Personaldienstleister Randstad. Desch hat für Frauen hier drei Empfehlungen, um mit dieser kniffligen Lage produktiv umzugehen:
Erstens:
Authentisch und bei sich bleiben statt den vermeintlich „besseren Mann” zu geben. Denn wenn man sich verstellt, hat man weniger Chancen, wirklich mit seinen Erfolgen, Kompetenzen und Potenzialen anerkannt zu werden.
Zweitens:
Branchenspezifische Netzwerke und Plattformen nutzen. Frauen in technischen Berufen finden Anschluss etwa beim Deutschen Ingenieurinnenbund oder bei Women in Tech.
Drittens:
Das Tempo des Generationenwechsels mitdenken. Jüngere Beschäftigte, z. B. aus der Gen Z, hinterfragen geschlechtsspezifische Stereotype von sich aus. Wenn diese Generation in den kommenden Jahren in Schlüsselpositionen in Unternehmen aufrückt, verlieren viele alte Reflexe und damit auch Rollenbilder ihre Wirkung.