Veröffentlicht am 30.07.2026 12:34

Wann verschwinden Rollenklischees?

Männer, die länger als die zwei Partnermonate Elternzeit nehmen, verändern das, was in einem Unternehmen als Norm gilt. So verliert Care-Arbeit ihren Status als „Frauensache”.<br>  (Foto: Randstad, KI)
Männer, die länger als die zwei Partnermonate Elternzeit nehmen, verändern das, was in einem Unternehmen als Norm gilt. So verliert Care-Arbeit ihren Status als „Frauensache”.
(Foto: Randstad, KI)
Männer, die länger als die zwei Partnermonate Elternzeit nehmen, verändern das, was in einem Unternehmen als Norm gilt. So verliert Care-Arbeit ihren Status als „Frauensache”.
(Foto: Randstad, KI)
Männer, die länger als die zwei Partnermonate Elternzeit nehmen, verändern das, was in einem Unternehmen als Norm gilt. So verliert Care-Arbeit ihren Status als „Frauensache”.
(Foto: Randstad, KI)
Männer, die länger als die zwei Partnermonate Elternzeit nehmen, verändern das, was in einem Unternehmen als Norm gilt. So verliert Care-Arbeit ihren Status als „Frauensache”.
(Foto: Randstad, KI)

Stereotype am Arbeitsplatz lösen sich nicht durch Einsicht allein. Nötig sind tausende kleine Verhaltensänderungen im Alltag. Sowohl Frauen als auch Männer können dabei konkret etwas beitragen. Weil beide Seiten unterschiedliche Hebel haben, lohnt es sich, getrennt darauf zu schauen.

Frauen: Solidarität und Selbstwahrnehmung

Eine der wirkungsvollsten Veränderungen findet zwischen Frauen selbst statt. Denn Frauen in stark männlich geprägten Arbeitsumfeldern behandeln manchmal andere Frauen kühler als ihre männlichen Kollegen. Wer das bei sich bemerkt, kann gegensteuern: anderen Frauen aktiv eine Bühne geben, ihre Beiträge in Meetings aufgreifen und Vorschläge weitertragen, wenn sie überhört werden.
Eine weitere Maßnahme ist, ein Bewusstsein für die eigene Selbstwahrnehmung zu entwickeln. Das Hochstapler-Syndrom, also das Gefühl, irgendwann als unzureichend entlarvt zu werden, betrifft Frauen nämlich statistisch häufiger als Männer. Hilfreich ist hier ein Blick auf dokumentierte Ergebnisse, Bewertungen und positives Feedback aus früheren Projekten, um das Selbstbild wieder realistisch aufzuwerten und zu korrigieren. Beim Gehaltsgespräch kommt es dann vor allem auf die Vorbereitung an. Wer mit konkreten Vergleichszahlen, z. B. aus Plattformen wie Gehalt.de ins Gespräch geht, verhandelt nachweisbar bessere Ergebnisse.

Männer: Sprache und Sorgearbeit

Doch es liegt nicht allein bei den Frauen, überholte Geschlechterklischees zu überwinden. Leider übersehen Männer noch allzu oft, wie stark ihre Kommunikation festgefahrene Rollen stabilisiert. Bettina Desch vom Personaldienstleister Randstad, rät, Begriffe wie „Mädels” nicht zu benutzen, auch wenn sie vielleicht freundlich gemeint sind: „Solche Zuschreibungen für Kolleginnen wirken unprofessionell und herabsetzend. Wer im Team auf diese Formulierungen verzichtet und auch bei sexistischen Witzen der Kollegen nicht mit lacht, tut mehr für die Gleichstellung, als er ahnt.“
Die gerechte Verteilung der Sorgearbeit ist eine weitere Stellschraube. Solange Väter überwiegend bei den zwei Partnermonaten der Elternzeit bleiben, gilt Care-Arbeit gesellschaftlich weiter als „Frauensache” und als Karrierebremse. Doch Männer, die länger Elternzeit nehmen, verändern, was im Unternehmen als die Norm angesehen wird.

Zusammengefasst: Rollenklischees verschwinden dann, wenn sowohl Frauen als auch Männer sie nicht mehr mittragen bzw. reproduzieren. Beide Seiten zusammen können mehr bewegen als jede einzelne Maßnahme im Alleingang.

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