Skulptur „Living Layers” auf dem Alten Südfriedhof enthüllt

Nando Nkrumah (rechts) erläuterte seine Skulptur „Living Layers”. (Foto: job)
Nando Nkrumah (rechts) erläuterte seine Skulptur „Living Layers”. (Foto: job)
Nando Nkrumah (rechts) erläuterte seine Skulptur „Living Layers”. (Foto: job)
Nando Nkrumah (rechts) erläuterte seine Skulptur „Living Layers”. (Foto: job)
Nando Nkrumah (rechts) erläuterte seine Skulptur „Living Layers”. (Foto: job)

Auf dem Alten Südlichen Friedhof wurde am Wochenende die Skulptur „Living Layers” von Nando Nkrumah enthüllt, die heri zunächst für zwei Jahre zu sehen sein wird. Das Kunstwerk bei den Alten Arkaden erinnert an Menschen und Gemeinschaften, die von Kolonialgeschichte, Verschleppung, Gewalt und der Auslöschung eigener Geschichte betroffen waren, wie die indigenen Kinder Juri und Miranha, die 1820 von den beiden Naturwissenschaftlern Johann Baptist Spix und Carl Friedrich Philipp Martius aus Brasilien verschleppt, nach München gebracht und hier zur Schau gestellt worden. Beide starben bereits 1821 bzw. 1822 und wurden auf dem Alten Südfriedhof bestattet.

Die Kolonialgeschichte sichtbar machen

Mit der Enthüllung der Skulptur startete die Veranstaltungsreihe „Sensing Sites - Dekoloniale Gedächtnissuche”, die bis 29. November die deutsche Kolonialgeschichte und ihre – bis heute wirksamen – Folgen in der Stadt sichtbar macht.

Verdrängt und verloren gegangen

„Es ist wichtig, unseren Teil zum Verständnis der Geschichte beizutragen”, sagte Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek, die auch für die Friedhöfe zuständig ist. Zur Stadtgeschichte gehören auch jene Lebensgeschichten, die verloren gegangen sind, die verdrängt oder vergesen wurden, die nicht angemessen berücksichtigt wurden. Sensing Sites lade dazu ein, genau hinzusehen und sich mit den kolonialen Veflechtungen der Stadt auseinanderzusetzen. „Unsere Friedhöfe sind auch Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse”, erklärte Beatrix Zurek die selektive Erinnerungskultur (die Grabstätten von Spix und Martius sind auf dem Alten Südfriedhof noch heute vorhanden, die der von ihnen verschleppten Kinder jedoch nicht).

Termine

Die nächsten Veranstaltungen in der Reihe Sensing Sites:

  • Samstag, 31.10., 19.30 Uhr, Schwere Reiter (Dachauer Str. 114 a):
    Eröffnung der multimedialen Ausstellung „Die Rückkehr derer, die nie ge-
    gangen waren – Fragmente einer
    kontrakolonialen Geschichte”.
  • Mittwoch, 4.11., 19 Uhr, Studiobühne twm (Neuturmstr. 5):
    Blicke auf Körper,
    Landschaften und Erinnerung
    Filmbeiträge, Gespräch und Tanz.
  • Donnerstag, 5.11., 18 Uhr, Alter Südfriedhof (Treffpunkt am Pathologischen Institut, Thalkirchner Str. 36):
    Körper, die sprechen lernen I
    und Neue Horizonte
    Rundgang und Performance
    mit Video-, Bildprojektionen und
    Erzähltexten.

Nando Nkrumah sucht eine visuelle Kunst zu schaffen, die zu Reflexion, Dialog und imaginativen Möglichkeiten anregt. (Foto: Shootsnapper)
Nando Nkrumah sucht eine visuelle Kunst zu schaffen, die zu Reflexion, Dialog und imaginativen Möglichkeiten anregt. (Foto: Shootsnapper)

Veranstaltungsreihe zur dekolonialen Gedächtnissuche bis 29. November

Mehr als zehn Jahre nach dem großen Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt Decolonize München im Münchner Stadtmuseum wird der postkoloniale Stadtraum erneut Anlass gemeinsamer Auseinandersetzung. Mit Sensing Sites - Dekoloniale Gedächtnissuche öffnen sich Räume und Orte für zeitgenössisches Erinnern, für kritische Forschung und für die Frage, wie deutsche Kolonialgeschichte und ihre – bis heute wirksamen – Folgen in der Stadt sichtbar, spürbar und verhandelbar werden können. Das vielfältige Programm wird mit einem Eröffnungswochenende vom 23. bis 25. Oktober begonnen und bietet in den darauffolgenden Wochen stadtweite Veranstaltungen; die Abschlussveranstaltung ist am 29. November im Volkstheater.
17.10.2026 10:05 Uhr
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