Manche essen sie auf dem Oktoberfest, viele Touristen lernen sie erst dort kennen, doch für Einheimische ist das Thema das ganze Jahr über interessant: Die Weißwurst und die Frage nach dem besten Zeitpunkt für ihren Verzehr. Vor 12 Uhr Mittag soll man sie essen, heißt es traditionell. Doch warum ist oder war das so?
Die Verbraucherzentrale Bayern gibt darauf Antwort: Die 12-Uhr-Regel stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab. Metzger stellten Weißwürste traditionell morgens frisch her und verkauften sie roh. Erst kurz vor dem Essen wurden sie gebrüht. Da das Wurstbrät leicht verderblich ist, sollten die Würste möglichst noch am Vormittag gegessen werden.
Heute werden Weißwürste unter modernen hygienischen Bedingungen hergestellt und bereits gebrüht verkauft. Dafür wird das rohe Fleisch zu Brät verarbeitet, in Därme gefüllt und anschließend erhitzt. Danach kommen die fertigen Würste gekühlt in den Handel. „Weißwürste müssen heute also nicht grundsätzlich vor zwölf Uhr gegessen werden. In Bayern gehört die Weißwurst am Vormittag mit Breze und süßem Senf aber weiterhin zur Tradition“, sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale.
Weißwürste bewahrt man im Kühlschrank bei maximal sieben Grad Celsius auf und isst sie innerhalb von zwei Tagen. Bei verpackten Würsten sollte man auf das Haltbarkeitsdatum achten. Lose gekaufte Weißwürste sollten man möglichst rasch essen.
Vor dem Verzehr legt man sie in einen Topf mit heißem, aber nicht kochendem Wasser. Dort lässt man sie ohne Deckel ziehen. Das verhindert, dass die Wursthaut platzt. Traditionell wird die Haut vor dem Essen entfernt. Je nach Region gibt es verschiedene Arten, Weißwurst zu essen. Beim typisch bayerischen „Auszuzeln“ saugt man das Brät aus der Wursthaut. Ebenso verbreitet ist es, die Weißwurst längs oder kreuzweise aufzuschneiden und die Haut abzuziehen.