Veröffentlicht am 11.08.2026 17:07

„Ein Ausbildungswechsel darf niemals als Scheitern verstanden werden”

Bei der Berufswahl kann man Fehler machen. Was kann man tun, wenn man merkt, dass der gewählte Ausbildungsberuf einfach nicht passt? Paul Bajc ist Bildungsberater bei der IHK für München und Oberbayern für die Region München und rät zu Gelassenheit:

Sich beraten lassen

„Wer merkt, dass der gewählte Ausbildungsberuf nicht passt, sollte die Situation aktiv angehen, sich beraten lassen und eventuell auch einen neuen Weg einschlagen. Zunächst ist zu empfehlen, das Gespräch mit dem Ausbilder im Betrieb, einer Lehrkraft oder anderen Vertrauenspersonen zu suchen. Dazu gehören auch die IHK-Bildungsberater.
Oft zeigt sich in einem ersten Gespräch, dass die Schwierigkeiten weniger mit dem Beruf selbst als mit dem Ausbildungsbetrieb oder dem Arbeitsumfeld zusammenhängen. In manchen Fällen können bereits ein Wechsel der Abteilung oder des Ausbildungsbetriebs zu einer deutlichen Verbesserung der Situation führen.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Wichtig ist, die Ursachen für die Unzufriedenheit zu analysieren. Dabei sollte sich der Azubi ehrlich fragen, ob der Beruf grundsätzlich nicht den eigenen Interessen und Fähigkeiten entspricht oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen. Unterstützung in diesem Prozess bieten auch die Berufsberatungen der Agentur für Arbeit. Sie können bei Bedarf Alternativen aufzeigen.
Stellt sich heraus, dass der Ausbildungsberuf langfristig nicht zu den eigenen Zielen oder zur Persönlichkeit passt, kann ein Wechsel der Ausbildung sinnvoll sein. Um die richtige Entscheidung über einen Neustart zu treffen, bieten sich Praktika in möglichen anderen Berufsfeldern an, denn sie vermitteln realistische Einblicke in den Beruf und das Arbeitsumfeld, für die man sich interessiert.

Entscheidung zeigt Verantwortung

Ein Ausbildungswechsel darf niemals als persönliches Scheitern verstanden werden. Vielmehr zeigt solch eine Entscheidung, dass der Betroffene Verantwortung für die eigene berufliche Zukunft übernimmt und aktiv daran arbeitet, einen Beruf zu finden, der besser zu den eigenen Stärken und Interessen passt.”

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