Heute gedenkt die Stadt München Theodoros Boulgarides, der vor 21 Jahren, am 15. Juni 2005, in seinem Geschäft im Münchner Westend vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet wurde. Die anschließenden Ermittlungen belasteten über Jahre hinweg seine Familie und sein Umfeld, bevor 2011 die rechtsterroristischen Hintergründe der Tat bekannt wurden. Das Erinnern an sein Leben und das Unrecht, das ihm und seiner Familie widerfahren ist, bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.
Die Töchter des Ermordeten, Mandy und Lina Boulgarides, laden deshalb gemeinsam mit der Stadt für Samstag, 20. Juni, 15 Uhr, zum Solidaritätsfestival „Voices United“ ins Feierwerk, Hansastraße 39–41, ein. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Gemeinsam laut – gemeinsam stark“. Um 16 Uhr begrüßen Mandy und Lina Boulgarides die Gäste. Außerdem sprechen Bürgermeisterin Mona Fuchs sowie Kulturreferent Marek Wiechers.
„Wir wollen erinnern – und gleichzeitig das Leben feiern. Mit einem Festival für Begegnung, Austausch und Zusammenhalt. Für Solidarität, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander”, sagen Mandy und Lina Boulgarides und laden ein: „Kommt vorbei, bringt eure Freund*innen und Familien mit und lasst uns gemeinsam laut gegen Rassismus sein! Unsere Stimmen sind vereint – unsere Stimmen zählen!“
Das Festival verbindet Gedenken mit einem vielfältigen kulturellen Programm und richtet sich an ein breites Publikum. Der Eintritt ist frei, alle Angebote sind barrierefrei und ohne Anmeldung zugänglich. Auf der Bühne treten unter anderem auf: Berivan Kaya (Singer-Songwriter), Elena Rud (Indie), Kochkraft durch KMA (Indie-Punk), Kokonelle (Hip-Hop, R‘n‘B, Afro und Soul), Kutlu (Hip-Hop), Maxi Pongratz (Singer-Songwriterin), Mount Hush (Psychedelic, Blues), Roger Rekless (Hip-Hop), Principess (Disco-Pop & Italo-Kraut) und Waseem (DJ).
Zudem spielt am Nachmittag die Kinderrockband „Andi und die Affenbande“. Das vollständige Programm und das Line-up sind unter der Adresse go.muenchen.de/voicesunited zu finden. Die Veranstaltung wird organisiert von target Concerts GmbH in Kooperation mit Public History im Kulturreferat, der Fachstelle für Demokratie, dem Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, dem Kreisjugendring München-Stadt sowie Feierwerk e.V.