Veröffentlicht am 15.01.2026 14:55

Polizei München warnt vor Betrug durch „Wunderheilerinnen”

Vor einer neuen Betrugsmasche warnt die Polizei München. Betroffen sind vor allem Frauen. (Foto: mha)
Vor einer neuen Betrugsmasche warnt die Polizei München. Betroffen sind vor allem Frauen. (Foto: mha)
Vor einer neuen Betrugsmasche warnt die Polizei München. Betroffen sind vor allem Frauen. (Foto: mha)
Vor einer neuen Betrugsmasche warnt die Polizei München. Betroffen sind vor allem Frauen. (Foto: mha)
Vor einer neuen Betrugsmasche warnt die Polizei München. Betroffen sind vor allem Frauen. (Foto: mha)

In mehreren Strafverfahren ermittelt das Kommissariat 61 der Münchner Polizei derzeit wegen Betrugs durch vermeintliche „Auraleserinnen” oder „Wunderheilerinnen”. Hierbei treten in der Regel Frauen als Täterinnen auf. Bei den Opfern handelt es sich in großer Mehrheit ebenfalls um Frauen. Diese werden gezielt in gehobenen Innenstadtlagen, Parkanlagen, auf Wochenmärkten, in oder vor Kirchen, Yogastudios oder Krankenhäusern angesprochen.

Die Opfer befinden sich in schwierigen Lebensphasen wie Trennung, Krankheit, Streit in der Familie oder hegen generell ein Interesse an Spiritualität oder Esoterik. Die Geschädigten werden in ein Gespräch verwickelt, bei denen die Täterinnen die besondere „lila Aura” der Opfer zunächst loben. Kurz darauf wird jedoch eine dunkle Seite, welche angeblich auf dem Opfer lastet, thematisiert - zumeist blockierte „Chakren”. Durch geschickte Gesprächsführung wird langsam ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, oft durch die Fortführung des Kontaktgesprächs bei einem Kaffee.

Rituale mit Kerzen und Rosenblättern

Im Anschluss werden Termine vereinbart, bei denen verschiedene Rituale durchgeführt werden. Beispielsweise soll das Opfer zu einem bestimmten Zeitpunkt zuhause eine Kerze anzünden oder ein Bad mit Rosenblättern nehmen, während die „Wunderheilerin” bei sich zuhause vermeintliche Gebete durchführt. Durch diese Rituale gibt die Täterin vor, die angebliche negative Energie von der Geschädigten oder deren Angehörigen auf sich zu übertragen, wodurch sich die blockierten Chakren lösen würden. Vor den Ritualen werden Weihwasserfläschchen, Kräuter oder Heiligenbilder überreicht und in weiteren Gesprächen die Erzengel erwähnt.

Geldbeträge als „Opfergaben”

Die Täterinnen stellen in der Regel keine konkreten Geldforderungen, sondern fragen „was es den Geschädigten wert sei”. Hierbei bauen sie erheblichen emotionalen Druck auf die Opfer auf. Nach mehreren Treffen bringen die Täterinnen ein vermeintliches Erbe ins Spiel, das die Opfer besonders belasten würde und dieses daher „gereinigt” werden müssten. Damit werden auch höheren Geldbeträge - sogenannte „Opfergaben” - begründet.

Die einstudierten Gesprächsabläufe lassen darauf schließen, dass die Täterinnen über eine langjährige Erfahrung verfügen. Zudem ergeben sich bei den Ermittlungen oft Hinweise darauf, dass bei diesem Betrugsphänomen gewerbsmäßig vorgegangen wird. Letztlich werden die Geschädigten so manipuliert, dass sie sich aus Furcht vor negativen Auswirkungen oder Scham selten jemandem anvertrauen, weshalb die Polizei von einem hohen Dunkelfeld ausgeht.

Zeugenaufruf:
Wer wurde kürzlich in ähnlicher Weise angesprochen oder Opfer eines solchen Vorgehens? Wem sind Personen bekannt, denen größere Mengen an Geld oder Wertgegenständen in diesem Zusammenhang abhandengekommen sind? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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