Veröffentlicht am 23.03.2026 13:06

Sicherer geht es kaum

3.034 Personen wurden im Jahr 2025 Opfer von Häuslicher Gewalt im Bereich Oberbayern Nord. (Foto: hw)
3.034 Personen wurden im Jahr 2025 Opfer von Häuslicher Gewalt im Bereich Oberbayern Nord. (Foto: hw)
3.034 Personen wurden im Jahr 2025 Opfer von Häuslicher Gewalt im Bereich Oberbayern Nord. (Foto: hw)
3.034 Personen wurden im Jahr 2025 Opfer von Häuslicher Gewalt im Bereich Oberbayern Nord. (Foto: hw)
3.034 Personen wurden im Jahr 2025 Opfer von Häuslicher Gewalt im Bereich Oberbayern Nord. (Foto: hw)

Der Sicherheitsbericht für den Bezirk Oberbayern Nord (unter anderem Ebersberg/Freising und Erding, Anm. d. Red.) kann sich sehen lassen. Mit einer Häufigkeitszahl von 3.726 liegt der Bezirk Nordbayern noch weit unter dem hervorragenden Wert von München (5.296) und weit unter den Werten von Berlin mit 13.642 oder Hamburg mit 11.468. Schaut man noch genauer hin, sind die Werte für Ebersberg (2.826), Erding (ohne FH - 2.852) und Freising (ohne FH - 2.984) sogar noch erfreulicher.

Insgesamt wurden im Bereich Nordbayern von der Polizei 15.149 Opfern erfasst, davon waren 8.943 Männer und 6.206 Frauen. Im Zuge der Aufklärung von 42.372 Straftaten wurden 34.532 (verschiedene) Tatverdächtige ermittelt. Ohne die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz konnten mit der Aufklärung von 35.487 Straftaten insgesamt 27.852 Tatverdächtige ermittelt werden; das sind 317 tatverdächtige Personen weniger als im Vorjahr (-1,1 Prozent). Die weitere Auswertung hinsichtlich der Tatverdächtigen erfolgt ohne ausländerrechtliche Verstöße. Insgesamt ging die Kriminalität durch Zuwandernde im Vorjahresvergleich von 4.382 auf 4.261 Fälle zurück. Mit diesem Minus von 121 Taten bzw. 2,8 Prozent verringerte sich dieser Bereich proportional stärker als die Gesamtkriminalität. Ein prozentualer Anstieg ist hingegen bei den sonstigen sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung von fünf auf acht Taten sowie bei der sexuellen Belästigung von 33 auf 39 Taten festzustellen. Weiterhin ist ein Anstieg bei Beleidigungen von 165 auf 219 Fälle (+ 32,7 Prozent) sowie bei Sachbeschädigungen von 145 auf 164 Fälle (+ 13,1 Prozent) zu erkennen. Einen erfreulichen Rückgang verzeichnen die Raubdelikte. Hier sanken die Zahlen beinahe um die Hälfte von 59 auf 33 Taten.
Umgekehrt ist auch eine Aussage zu Zuwandernden möglich, die Opfer von Straftaten wurden. So stieg die Zahl der ukrainischen Opfer von Körperverletzungen von 231 auf 274 Personen und damit um knapp 19 Prozent an. Die Zahl der Opfer mit nigerianischer Staatsangehörigkeit sank dagegen deutlich um 37 Prozent von 108 auf 68 Personen. Verübt wurden die Taten zum Nachteil von Zuwandernden im Wesentlichen durch Tatverdächtige aus der Ukraine mit einem Anteil von 23,3 Prozent, gefolgt von Afghanistan mit 17,3 Prozent, Deutschland mit 11,8 Prozent und Nigeria mit 7,8 Prozent.
Der Anteil der deutschen Tatverdächtigen blieb dabei im Vergleich zum Vorjahreswert mit 10,9 Prozent auf einem nahezu identischen Niveau.

Zahl tatverdächtiger Kinder bleibt hoch

Die Anteile der Kinder und Personen, für die i. d. R. das Jugendstrafrecht gilt, ging um 1,6 Prozentpunkte zurück auf den geringsten Wert der vergangenen zehn Jahre. In Summe waren 19,3 Prozent der Täter Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende bei einem Bevölkerungsanteil von 20,8 Prozent.

Die Zahl der tatverdächtigen Kinder verharrt auf einem hohen Belastungsniveau. Mit 1.201 ermittelten Kindern liegt der Wert zwar geringfügig unter dem Vorjahreshöchstwert (-0,2 %), markiert aber faktisch eine Stagnation auf dem Höchststand. Die langfristige Dynamik wird im Vergleich zum Jahr 2016 deutlich. Hier ist eine Steigerung der tatverdächtigen Kinder um 81,1 Prozent zu konstatieren, was im starken Kontrast zur Entwicklung bei den älteren Gruppen steht. Dem gegenüber steht ein Anstieg der im Präsidialbereich lebenden Kinder von 208.421 im Jahre 2016 auf 227.740 im Berichtsjahr (+ 9,3 Prozent). Obwohl dies eine nominelle und auch anteilige Steigerung von 13,5 Prozent auf 14,2 Prozent
an der Gesamtbevölkerung darstellt, lässt sich die Steigerung der tatverdächtigen Kinder nicht allein durch demografische Verschiebungen innerhalb des Präsidialbereichs erklären.

Die Gesamtkriminalität im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord hat im Vergleich zu vor zehn Jahren um 9,1 Prozent abgenommen. Die Kriminalität im öffentlichen Raum hingegen nahm im Vergleich zu vor zehn Jahren um 10,2 Prozent zu. Deren Anteil an der Gesamtkriminalität stieg von 55,5 Prozent auf 67,2 Prozent.

Häusliche Gewalt bleibt auf hohem Niveau

Im Jahr 2025 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord insgesamt 2.880 Delikte im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt registriert. Insbesondere bei der partnerschaftlichen Gewalt sind trotz eines geringen Rückgangs im Vergleich zu den Jahren 2023 und 2024 nach wie vor hohe Deliktszahlen zu verzeichnen. Drei Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt eskalierten derart, dass es zum versuchten Totschlag kam. Bei vier weiteren kam es zu vollendeten Tötungsdelikten. Alle versuchten Tötungsdelikte und drei der vier vollendeten Tötungsdelikte sind der partnerschaftlichen Gewalt zuzuordnen. Für das Jahr 2025 wurden für den Bereich des PP OBN
3.034 Opfer von Häuslicher Gewalt und damit 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr gemeldet. Von den gemeldeten Opfern waren 31,7 Prozent männlich und 68,3 Prozent weiblich.
Hervorzuheben ist, dass bei der partnerschaftlichen Gewalt lediglich 21,7 Prozent männlich, jedoch 78,3 Prozent weiblich waren. Die prozentuale Opferverteilung weicht bei der innerfamiliären Gewalt deutlich ab. Hier waren 48,5 Prozent der Opfer männlich und 51,5 Prozent weiblich . Von den 2025 gemeldeten Opfern waren 263 Kinder, 154 Jugendliche und 2.617 Personen über 18 Jahre alt.

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