Haustiere sind treue Begleiter, spenden Trost, schenken Lebensfreude und geben dem Alltag Struktur. Gerade für ältere Menschen können sie eine wichtige Stütze sein. Doch was geschieht, wenn ihre Halterinnen und Halter irgendwann selbst auf Hilfe angewiesen sind?
Mit zunehmendem Alter können alltägliche Aufgaben wie Gassigehen, Füttern oder Tierarztbesuche schwieriger werden. Auch steigende Tierarztkosten, Krankenhausaufenthalte oder ein Umzug ins Pflegeheim können die Versorgung gefährden. Besonders problematisch wird es, wenn Angehörige oder andere vertraute Personen nicht einspringen können.
Im Münchner Tierheim werden immer wieder Tiere aufgenommen, deren Halterinnen oder Halter verstorben sind oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für sie sorgen können. Für die Tiere bedeutet das oft einen schweren Einschnitt: Nach vielen gemeinsamen Jahren verlieren sie ihre wichtigste Bezugsperson und ihr vertrautes Zuhause. Gerade ältere oder gesundheitlich angeschlagene Tiere haben es häufig schwer, sich an die neue Situation zu gewöhnen und erneut vermittelt zu werden.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Tierhalterinnen und -halter rechtzeitig vorsorgen. Wer könnte im Krankheitsfall einspringen? Wer übernimmt Spaziergänge, Fütterung oder Tierarztbesuche? Und wer würde das Tier dauerhaft aufnehmen, wenn eine Rückkehr nach Hause nicht mehr möglich ist?
Hilfreich ist ein schriftlicher Notfallplan mit Kontaktdaten vertrauter Personen sowie Informationen zu Fütterung, Medikamenten und tierärztlicher Betreuung. Auch eine vorab organisierte und erprobte Urlaubs- oder Notfallbetreuung schafft Sicherheit.
Nicht zuletzt sollte für den eigenen Todesfall vorgesorgt werden. Da Tiere in Deutschland nicht selbst erben können, lässt sich ihre zukünftige Versorgung beispielsweise durch testamentarische Regelungen und die Benennung einer verantwortlichen Person absichern.
Entscheidend ist dabei nicht das Alter der Halterinnen oder Halter, sondern ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – auch für den Fall, dass sie eines Tages selbst nicht mehr für ihren tierischen Gefährten sorgen können.