Um die Sicherheit der Oktoberfestbesucher zu gewährleisten, hat die Stadt wieder umfangreiche Maßnahmen getroffen. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) ist mit insgesamt rund 240 Mitarbeitern auf dem Festgelände und dessen Umgebung vertreten. Darunter sind das Veranstaltungsbüro, die Einschankkontrolle, der vorbeugende Brand- und Gefahrenschutz, die Lebensmittelüberwachung, die Gaststättentechnik, die Gewerbebehörde, das Fundbüro sowie die Wiesn-Feuerwache. Der Rettungszweckverband München stellt für das Oktoberfest zusätzlich bis zu drei Notarzteinsatzfahrzeuge, 19 Rettungsfahrzeuge und zwei Krankentransportwagen.
Zusätzlich werden die Integrierte Leitstelle und die umliegenden Feuerwachen personell verstärkt. Am zweiten und dritten Festwochenende unterstützen Feuerwehrkollegen aus Bozen die Integrierte Leitstelle als Dolmetscher für italienische Anrufer der Notrufnummer 112.
Nach der punktuellen Überfüllung im vergangenen Jahr ist das Sicherheitskonzept überarbeitet worden. Für die Koordinierungsstelle steht ein neuer Raum zur Verfügung, der mit multimedialer Konferenz- und Kommunikationstechnik ausgestattet ist. Darüber hinaus hat das Referat für Arbeit und Wirtschaft als Veranstalter eine spezielle Sicherheitszentrale geschaffen und die Videoüberwachung verbessert. Auch ein sogenanntes Crowd Spotting – also die Beobachtung und Analyse der Menschenmenge in den verschiedenen Bereichen des Festgeländes – wird durchgeführt und Kommunikationswege sind optimiert worden.
Wie bereits in den letzten Jahren gilt wieder ein Verbot von Rucksäcken und großen Taschen mit einem Volumen von mehr als drei Litern. Kleine Handtaschen sind erlaubt. Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung stehen rund um das Festgelände zur Verfügung. Darüber hinaus ist insbesondere das Mitbringen von Glasflaschen auf das Gelände verboten. Das Mitführen von Kinderwägen ist täglich bis 18 Uhr erlaubt, an den drei Samstagen jedoch ganztägig verboten.
Messer und gefährliche Gegenstände sind auf dem Festgelände sowie im Bereich zwischen dem „Inneren Sperrring” und dem „Mittleren Sperrring” (Theresienhöhe und Bavariaring, inklusive Geh- und Radwege, sowie nördliche Gehbahn der Hans-Fischer-Straße) untersagt. Die Polizei führt einzelfallbezogene sowie stichprobenartige Kontrollen durch. Verstöße können mit einer Geldbuße belegt werden. Hintergrund ist, dass es in den vergangenen Jahren auf dem Oktoberfest wiederholt zu Körperverletzungen und Bedrohungen kam, bei denen teilweise auch gefährliche Gegenstände zum Einsatz kamen. Durch die Verbotszone sind insbesondere die Bereiche vor den Eingängen noch stärker gesichert. Dort kommt es regelmäßig zu Menschenansammlungen.
Um die Sicherheit der Besucher zu erhöhen und die Verkehrssituation rund um das Festgelände zu verbessern, gibt es ein umfangreiches Verkehrskonzept für das Oktoberfest. Die Stadt empfiehlt dringend, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen oder, wenn möglich, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen. Rund um das Wiesn-Gelände gibt es keine Parkmöglichkeiten für Autos. Es ist ein weiträumiger „Äußerer Sperrring“ um das Wiesn-Areal eingerichtet. In diesen Bereich dürfen nur berechtigte Anwohner und Zulieferer einfahren. Um zu verhindern, dass Fremdparker die Anwohnerstellplätze blockieren, verstärken Polizei und KVR die Kontrollen in den umliegenden Parklizenzgebieten. Verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge werden abgeschleppt.
Während des Oktoberfests gelten für Leih-E-Scooter und -Fahrräder wieder spezielle Vorgaben rund um die Theresienwiese. Sie betreffen Fahrten mit den Mikromobilitätsfahrzeugen sowie deren Ausleihe und Rückgabe: Fahren dürfen E-Tretroller und Fahrräder im Sharingbetrieb nur bis zum „Äußeren Sperrring”, siehe Grafik (= Bild 2). Innerhalb dieses Bereichs gilt ein generelles Fahr- und Parkverbot – wie auch für Autos und andere Kraftfahrzeuge. Letzte Abstellmöglichkeiten für die genannten Mikromobilitätsfahrzeuge vor dem Festgelände bieten zwölf Abstellflächen entlang des „Äußeren Sperrrings”.
Brandschutztechnisch überprüft werden jährlich alle baulichen Änderungen und Neubauten auf dem Festgelände. Auch wenn die meisten Zelte traditionell ihr gewohntes Erscheinungsbild behalten, ändern sich jährlich Details. Zentral ist die Frage, ob die Rettungswege für alle Anwesenden gut nutzbar sind und die Einsatzkräfte im Notfall schnell und effektiv tätig werden können. Mit Bartls Flößerstadl und Bodo‘s Cafézelt wurden in diesem Jahr zwei neue Zelte genehmigt.
Die Sanitätsstation im Servicezentrum ist rund um die Uhr geöffnet. Das Servicezentrum befindet sich hinter dem Schottenhamel-Zelt, Nähe Bavaria. Heuer gibt es außerdem eine zweite Sanitätsstation am Familienplatzl.
Zum Schutz der Besucherströme gegen Fahrzeugangriffe wurden außerhalb des „Mittleren Sperrrings” weitere Maßnahmen getroffen. Insbesondere wird die Schwanthalerstraße westlich der Theresienhöhe zu hochfrequentierten Zeiten (montags bis freitags ab 16 Uhr, samstags und an den kommenden Sonntagen ab 15.30 Uhr) durch Fahrzeugsicherheitsbarrieren gesperrt. An der Hackerbrücke (Grasserstraße) sind entsprechende Maßnahmen bereits seit den vergangenen Jahren etabliert.