Kita geplant: Mahlerhaus in Berg am Laim nun städtisches Eigentum

Das Mahlerhaus in der Baumkirchner Straße steht seit fast zehn Jahren leer. Geplant ist, hier eine Kita einzurichten. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. (Foto: bas)
Das Mahlerhaus in der Baumkirchner Straße steht seit fast zehn Jahren leer. Geplant ist, hier eine Kita einzurichten. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. (Foto: bas)
Das Mahlerhaus in der Baumkirchner Straße steht seit fast zehn Jahren leer. Geplant ist, hier eine Kita einzurichten. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. (Foto: bas)
Das Mahlerhaus in der Baumkirchner Straße steht seit fast zehn Jahren leer. Geplant ist, hier eine Kita einzurichten. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. (Foto: bas)
Das Mahlerhaus in der Baumkirchner Straße steht seit fast zehn Jahren leer. Geplant ist, hier eine Kita einzurichten. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. (Foto: bas)

Errichtet wurde es als Bauernhaus, später diente es als Café und Restaurant - und seit Jahren verfällt das Mahlerhaus in Berg am Laim zusehends. In Zukunft soll hier eine Kindertagesstätte einziehen. Seit kurzem gehört das Anwesen der Stadt München.

An der Ecke Baumkirchner Straße/Josephsburgstraße, nur ein paar Schritte von der stark befahrenen Kreillerstraße weg, befindet sich ein altes Bauernhaus. Das Anwesen mit den grünen Fensterläden steht nunmehr seit über neun Jahren leer. Bis Ende 2016 war hier ein italienisches Restaurant ansässig - davon zeugen noch mehrere Schilder, die teils mit Moos überzogen sind. Ein noch älteres Schild weist in Frakturschrift auf das „Café Mahlerhaus” hin. Der Garten mit den Kastanien, einst ein belebter Biergarten, ist verwildert.

Ein Baudenkmal im freien Verfall

Theoretisch könnte das Mahlerhaus als Wahrzeichen Berg am Laims dienen, schließlich erinnert es als eines von nur wenigen Gebäuden an eine Zeit, als der heute dicht besiedelte Stadtbezirk ein kleines Dorf vor den Toren Münchens war. „Ein zweigeschossiger Satteldachbau mit traufseitigem Holzbalkon und Aufzugsgaube” informiert das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege über das Bauernhaus, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und 1890 erweitert worden ist. Wer am Mahlerhaus vorbeiläuft, dürfte es freilich eher als Schandfleck wahrnehmen, so sehr hat ihm der jahrelange Verfall zugesetzt. Abgerissen werden darf das Haus aber nicht, es steht unter Denkmalschutz.

Testament und langer Rechtsstreit

Nach „langen Verzögerungen” habe die Landeshauptstadt München nun das Eigentum am ehemaligen Café Mahlerhaus erhalten, teilte der Bezirksausschuss Berg am Laim (BA 14) vor kurzem mit. Der Hintergrund: Das Haus war der Stadt einst testamentarisch mit der Auflage, dort eine Kita, einzurichten, vermacht worden. Allerdings verstarb die Eigentümerin Luise Mahler-Lenz bereits 2007. Der Anspruch auf das Vermächtnis startete zehn Jahre nach ihrem Tod, also 2017. Danach klagte der Erbe der Verstorbenen gegen die Übernahme des Anwesens durch die Stadt. Die Folge war ein jahrelanger Rechtsstreit, der jetzt vorerst beendet scheint.

Nun ist der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in Berg am Laim hoch, Grundstücke wie Räumlichkeiten sind rar. Das Problem: Das historische Bauernhaus entspricht nicht den Standards, die die Stadt an Kindertagesstätten stellt. So gibt es im Inneren niedrige Räume und steile Treppen. Ein Umbau wäre wegen den Auflagen der Denkmalpflege schwierig und teuer. Grundsätzlich, das haben von der Stadt beauftragte Studien ergeben, könnte aber eine Einrichtung zur Kinderbetreuung hier untergebracht werden, zum Beispiel in Trägerschaft einer Elterninitiative.

BA 14 begrüßt die Entwicklung

Das Vorhaben, im Mahlerhaus eine Kita zu errichten, sei mit dem Erwerb des Anwesens an das städtische Referat für Bildung und Sport übertragen worden, berichtet der Bezirksausschuss Berg am Laim, der die jüngste Entwicklung ausdrücklich „begrüßt”. Bei einer Begehung der Räumlichkeiten sei bis auf Kleinigkeiten ein guter Zustand der alten Gebäudesubstanz festgestellt worden, informiert der BA - laut Medienberichten gibt es lediglich „kleinere Feuchteschäden an Innenwänden”. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes sollen die Planungen nun weiter vorangetrieben werden. Und dann könnte tatsächlich nach vielen Jahren Leerstand wieder Leben ins Mahlerhaus kommen - und Kinder dort spielen, wo einst eine Bauernfamilie lebte und später Restaurantgäste speisten.

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