Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg hat sich mit dem Bauvorbescheid für das derzeitige Kaufhof-Areal an der Donnersbergerstraße 3 / Pötschnerstraße 5 befasst. Die SPD-Fraktion hat klargestellt, dass ihr die bloße Begrüßung zusätzlichen Wohnraums nicht weit genug geht und sie sich weiter vehement für eine deutliche Erhöhung des Wohnanteils sowie den Erhalt möglichst großer Einzelhandelsflächen zu Lasten der geplanten Büroflächen einsetzen wird.
„Wir halten zusätzliche Wohnungen im weiteren Planungsprozess nicht nur für begrüßenswert, sondern für absolut angemessen”, sagt Dr. Sebastian Thunich, für die SPD im Unterausschuss Bau: „Mit dem Bau-Turbo gibt es ein Instrument, mit dem die Stadt zusätzlichen Wohnraum in wenigen Monaten statt in Jahren genehmigen kann, dafür muss sie sich dringend in Verhandlungen mit dem Eigentümer einsetzen um so viel neuen bezahlbaren Wohnraum wie möglich zu schaffen.”
Für Seija Knorr-Köning, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, geht es dabei auch um den Charakter des Viertels: „Hier kauft eine Landesbank ein Gebäude an einem der zentralen Plätze Münchens, der jahrzehntelang durch Einzelhandel geprägt war, und baut es nach ihren eigenen Vorstellungen um. Der Grundstückswert steigt dabei enorm, wir haben aber kaum Handhabe, Einfluss auf die künftige Gestaltung des Platzes zu nehmen. Das ist frustrierend – und zwar nicht nur für mich. Genau das haben mir auch viele Bürgerinnen und Bürger bei den Demonstrationen für den Erhalt des Kaufhofs gesagt.“
Der SPD geht es dabei nicht nur um zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum, sondern auch um den Erhalt möglichst großer Einzelhandelsflächen, im Idealfall weiterhin mit Galeria Kaufhof im Unter- und Erdgeschoss.
Hintergrund des Vorhabens: Die Immobilie war Ende 2024 aus der Insolvenzmasse der Signa-Gruppe für rund 80 Millionen Euro an die OFB Projektentwicklung verkauft worden, eine Tochtergesellschaft der Landesbank Hessen-Thüringen. Der Mietvertrag mit Galeria Kaufhof am Standort läuft nur noch bis 2027. Die bisherigen Pläne sehen einen weitgehenden Abriss der oberirdischen Geschosse und einen Neubau mit hohem Büro- und Hotelanteil vor.
Besonders scharf kritisiert die SPD den hohen Anteil geplanter Büroflächen: In München stehen aktuell rund 1,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, unter anderem in unmittelbarer Nähe am Hirschgarten und an der Friedenheimer Brücke. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hatte im Wahlkampf selbst angekündigt, leerstehende Büroflächen in Wohnraum umwandeln zu wollen, und dafür eine eigene Konversionsagentur in Aussicht gestellt.
„Dass am Rotkreuzplatz munter neue Büroflächen entstehen sollen, während die Stadt anderswo Büros aufwändig in Wohnungen umwandeln will, ist grotesk“, so Knorr-Köning.