Er steht ein Jahr lang im Rampenlicht: Wer wird Vogel des Jahres 2027?

Der Kranich wird mit 1,16 Metern Körperhöhe größer als ein Storch. Zum Brüten und zur Rast benötigt der Vogel Feuchtgebiete.  (Foto: Clausen Hans Clausen, LBV Bildarchiv)
Der Kranich wird mit 1,16 Metern Körperhöhe größer als ein Storch. Zum Brüten und zur Rast benötigt der Vogel Feuchtgebiete. (Foto: Clausen Hans Clausen, LBV Bildarchiv)
Der Kranich wird mit 1,16 Metern Körperhöhe größer als ein Storch. Zum Brüten und zur Rast benötigt der Vogel Feuchtgebiete. (Foto: Clausen Hans Clausen, LBV Bildarchiv)
Der Kranich wird mit 1,16 Metern Körperhöhe größer als ein Storch. Zum Brüten und zur Rast benötigt der Vogel Feuchtgebiete. (Foto: Clausen Hans Clausen, LBV Bildarchiv)
Der Kranich wird mit 1,16 Metern Körperhöhe größer als ein Storch. Zum Brüten und zur Rast benötigt der Vogel Feuchtgebiete. (Foto: Clausen Hans Clausen, LBV Bildarchiv)

Jedes Jahr ruft der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) zusammen mit seinem bundesweiter Partner, dem NABU (Naturschutzbund Deutschland) zur Wahl des Vogel des Jahres auf. Bis zum Donnerstag, 15. Oktober, um 11 Uhr, kann jeder darüber abstimmen, ob es der Kolkrabe, der Kranich, die Mehlschwalbe, der Trauerschnäpper und die Wasseramsel sein soll. „Unsere Kandidaten zeigen, wie vielfältig unsere Vogelwelt und ihre Bedürfnisse sind”, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson die Vorauswahl: „Hinter jeder Art steckt auch ein Naturschutzthema, das unsere Aufmerksamkeit braucht. Der Kandidat, der am Ende gewinnt, rückt für ein Jahr ins Rampenlicht und mit ihm die Frage, was wir für seinen Schutz tun können.”

Er ist der weltgrößte Singvogel

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist aus vielen Märchen und Mythen bekannt. Der besonders intelligente und soziale Vogel hat völlig zu Unrecht ein schlechtes Image. Im Mittelalter galt er als „Schädling” oder „Unglücksrabe” und auch heute wird sein Leben durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Beide haben schwarz glänzendes Gefieder, einen klobigen Schnabel und die Körpergröße eines Bussards. Der Kolkrabe ist damit der größte Singvogel der Welt. Sein Slogan: „Schwarze Federn, helles Köpfchen!”

Der Kranich ist ein Glückssymbol

Mit seinem typischen Trompeten stellt sich der Kranich (Grus grus) zur Wahl. Der Zugvogel ist in vielerlei Hinsicht ein spektakulärer Kandidat. Mit bis zu 116 Zentimetern Körperhöhe ist er größer als ein Weißstorch. Seine eleganten Balztänze im Frühjahr und sein Zug in großen Keilformationen im Herbst sind Naturschauspiele, die jedes Jahr wieder faszinieren. In vielen Ländern gilt er als Symbol für Glück, Liebe und Frieden. Weil er Feuchtgebiete zur Rast und Brut braucht, lautet sein Slogan: „Allzeit nasse Füße!”

Die Mehlschwalbe hat es heutzutage schwer

Als Insektenfresser und Gebäudebrüter hat die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) gleich zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Zum einen steht ihr durch den Insektenschwund weniger Nahrung zur Verfügung. Außerdem werden ihre Nistplätze – Halbkugeln aus Lehm, die sie an die Außerseite von Häusern baut – oft entfernt, etwa bei Gebäudesanierungen. Die Mehlschwalbe ist laut Roter Liste gefährdet. Ihr Wahlkampfslogan lautet: „Auf gute Nachbarschaft!”

Munterer Luftakrobat hat Sorgen

Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) ein recht munterer Luftakrobat. Er fängt sein Futter oft im Flug von einer Sitzwarte aus. Doch Insekten gibt es immer weniger. Zudem hat er ein Zeitproblem: Weil der Frühling durch die Klimakrise immer früher beginnt, geht der Trauerschnäpper oft leer aus bei der Suche nach geeigneten Bruthöhlen und Nahrung für seinen Nachwuchs. Wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara wieder zurückgekehrt ist, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt und die Insektenentwicklung zum Teil weit vorangeschritten. Auch er ist gefährdet. Sein Slogan: „Mach Tempo fürs Klima!”

Sie kann auch unter Wasser laufen

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist der einzige einheimische Singvogel, der tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen kann. Ihr überwiegend braunes Gefieder ist sehr dicht und somit perfekt an die aquatische Lebensweise angepasst. Sie brütet vor allem in Mittel- bis Süddeutschland in der Nähe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen im Wald- und Bergland. Ihr Nest baut sie in der Uferböschung oder in Mauerlöchern. Sie ist das ganze Jahr über zu beobachten und derzeit ungefährdet. Ihr Slogan: „Klarer Bach, klarer Fall!”

Unter diesen fünf Vögeln kann also ausgewählt werden. Welcher davon der Sieger geworden ist, erfährt man sofort nach dem Ende der Abstimmung am 15. Oktober. Der „Vogel des Jahres” wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der aktuelle Vogel des Jahres ist das Rebhuhn.

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