Sind Pilze geheime Helfer der Spechte? – Mitmachen beim LBV-Projekt!

Es gibt Hinweise, dass Spechte ihre Höhlen besonders gerne in Bäume bauen, deren Holz bereits von Baumpilzen geschwächt ist.  (Foto: Simon Niederbacher )
Es gibt Hinweise, dass Spechte ihre Höhlen besonders gerne in Bäume bauen, deren Holz bereits von Baumpilzen geschwächt ist. (Foto: Simon Niederbacher )
Es gibt Hinweise, dass Spechte ihre Höhlen besonders gerne in Bäume bauen, deren Holz bereits von Baumpilzen geschwächt ist. (Foto: Simon Niederbacher )
Es gibt Hinweise, dass Spechte ihre Höhlen besonders gerne in Bäume bauen, deren Holz bereits von Baumpilzen geschwächt ist. (Foto: Simon Niederbacher )
Es gibt Hinweise, dass Spechte ihre Höhlen besonders gerne in Bäume bauen, deren Holz bereits von Baumpilzen geschwächt ist. (Foto: Simon Niederbacher )

Wie wählt ein Specht eigentlich den passenden Baum für seine Höhle aus? Es gibt Hinweise darauf, dass Bäume, deren Holz bereits durch Pilze geschwächt ist, besonders beliebt bei den Spechten sind. Wie eng diese Vögel und holzzersetzende Pilze tatsächlich miteinander verbunden sind, will der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel und Naturschutz) jetzt gemeinsam mit der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG) und der Universität Bayreuth im Rahmen eines neuen bürgerwissenschaftlichen Projekts herausfinden. „Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger in ganz Bayern dazu ein, beim nächsten Spaziergang einmal ganz genau hinzusehen: Entdecken Sie eine Spechthöhle und wächst am selben Baum auch ein Pilz?”, fragt LBV-Projektmanagerin Lotte Krüger. Jede Beobachtung ist ein aktiver Beitrag zur Forschung. Meldungen sind möglich unter lbv.de/spechthoehle-melden.

Der eine wartet, der andere nicht

„Viele Spechtarten profitieren davon, dass holzzersetzende Pilze das Holz weicher machen. Das macht es für den Specht leichter, seine Höhle zu bauen“, erklärt die LBV-Pilzexpertin. Besonders spannend ist die Vorgehensweise des Schwarzspechts: Zunächst hackt er nur eine kleine, flache Mulde in den Baum. Dort dringen mit der Zeit Feuchtigkeit und Pilzsporen ein und machen das Holz weicher. Erst Jahre später erweitert der Vogel die Stelle zu einer Bruthöhle. Der deutlich kleinere Kleinspecht ist dagegen von Anfang an auf weiches, bereits stark zersetztes Holz angewiesen, weil sein Schnabel weniger kräftig ist. „Was wir allerdings noch nicht genau wissen, ist, welche Pilzarten an Höhlenbäumen vorkommen, welche Baumarten besonders häufig betroffen sind und wie häufig Höhlenbäume tatsächlich durch Pilze besiedelt werden“, erklärt Lotte Krüger. „Das wollen wir mit Hilfe unseres Melde-Projekts erstmals in größerem Umfang untersuchen. Wir hoffen, dass wir so neue Erkenntnisse für den Arten- und Lebensraumschutz sammeln und gleichzeitig mehr Menschen für die verborgene Vielfalt der Pilze begeistern.“

Höhlen von „Nachmietern” übernommen

Spechthöhlen sind wichtige Kleinstlebensräume und spielen eine Schlüsselrolle für die Artenvielfalt. Denn sie dienen nicht nur den Spechten selbst als Brut- und Schlafplatz, sondern werden später auch von zahlreichen anderen Tierarten genutzt – darunter Fledermäuse, Siebenschläfer, Meisen oder Totholzkäfer. Pilze leisten bei der Entstehung von Spechthöhlen oft einen entscheidenden Beitrag.

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