Ein wegweisendes Projekt für die Gesundheitsversorgung in Bayern ist vollendet: Die neue München Klinik Harlaching wurde mit rund 200 geladenen Gästen feierlich eingeweiht. Bayerns Gesundheits-, Pflege- und Präventionsministerin Judith Gerlach und Münchens Bürgermeisterin Verena Dietl würdigten die in diesem Jahr einzige und damit auch größte Inbetriebnahme eines komplett neuen Krankenhauses in Bayern. Umzug und Patientenversorgung sollen im Sommer starten.
Der Freistaat und die Landeshauptstadt investierten gemeinsam rund 295 Millionen Euro in den modernen Maximalversorger für den Münchner Süden. „Durch den Neubau erhalten Patientinnen und Patienten hervorragende Behandlungsmöglichkeiten – von der Geburtshilfe über die Notfallversorgung bis zur Palliativmedizin”, sagte Judith Gerlach. „Daneben bietet der Standort hochmoderne Arbeitsplätze und beste Voraussetzungen für die medizinische und pflegerische Ausbildung.”
Die Einweihungsfeier war geprägt von emotionalen Momenten und persönlichen Geschichten: In einer Gute-Wünsche-Zeremonie blickten Mitarbeitende aus den Bau- und Inbetriebnahmeteams zurück auf das Geschaffte, Mitarbeitende aus Medizin und Pflege voraus auf die Versorgung von Kindern und Erwachsenen im Neubau. Ehemalige Patienten und Angehörige teilten ihre Erfahrungen und verdeutlichten, wofür dieser Neubau steht – für Menschen in allen Lebensphasen und in allen medizinischen Situationen.
Jessica und Selim, die Eltern von Sila, die mit 310 Gramm kleinste Frühgeborene in der MüK Harlaching, erklärten: „Wir sind sehr dankbar für die Schwestern und Ärzte, die immer ihr Bestes gegeben haben für unser Kind – vom Tag der Geburt bis heute. Wir sind dankbar für das Verständnis und die schönen Worte der Schwestern, wenn man mal nur am Verzweifeln war und Angst hatte. Wir hoffen, dass es immer so gute Menschen gibt, wie bei euch im Haus, die diesen Job als Berufung machen.“
Fünf Jahre Bauzeit liegen hinter dem Projekt: Von 2020 bis heute wuchs das neue Krankenhaus Geschoss für Geschoss in die Höhe. Die Zahlen beeindrucken: 80.000 Tonnen Stahlbeton bilden das Fundament, 2.935 Türen wurden in rund 1.800 Räumen eingesetzt, 995.000 Meter Starkstromkabel verlegt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen – die Grundsteinlegung fand mitten in der Corona-Pandemie im Sommer 2021 statt – entstand unter der Regie der München Klinik Bau-Projektgesellschaft ein hochmodernes Krankenhaus.Auf insgesamt 60.000 Quadratmetern Grundfläche (31.000 Quadratmeter Nutzfläche), das entspricht ca. 9 Fußballfeldern, vereint der Neubau ca. 550 Betten und teilstationäre Plätze. Als Maximalversorger deckt die neue MüK Harlaching die gesamte Bandbreite medizinischer Versorgung ab: Schlaganfallbehandlung, Geburtshilfe, Notfallmedizin, Unfallchirurgie, Palliativmedizin – alle Schwerpunkte sind nun unter einem Dach gebündelt.
Nach der Einweihung beginnt nun die finale Phase: Im Juni startet der Umzug ins neue Gebäude. Das gesamte Krankenhaus – Patienten, Personal, medizinische Technik – wechselt innerhalb einer Woche den Standort, während der Versorgungsbetrieb weiterläuft. Monate intensiver Vorbereitung gehen diesem komplexen Vorhaben voraus. In zahlreichen Simulationstrainings, darunter zwei große Systemchecks im Kreißsaal und im Schockraum, zwei Proben für Großschadenslagen, acht Stellproben und 13 Simulationstrainings,probten die Teams bereits realistische Szenarien, etwa die Versorgung Schwerverletzter oder den Not-Kaiserschnitt im Kreißsaal, minutiös getaktet, um absolute Sicherheit zu gewährleisten.
Nach dem Umzug findet ab dem Sommer die komplette klinische Versorgung in Harlaching im Klinik-Neubau statt. Das bestehende Hauptgebäude wird im Anschluss rückgebaut; auf dem Gelände wird die Landeshauptstadt München einen Gesundheitscampus mit u.a. zusätzlichen Angeboten im Bereich der geriatrischen Rehabilitation schaffen. Auch eine Grundschule soll auf das Gelände ziehen und der Sanatoriumsplatz neu gestaltet werden. Im Rahmen ihres Zukunftskonzeptes MüK 20++ wird die München Klinik die klinische Versorgung in Harlaching auch langfristig weiterentwickeln. Die vorliegende Bedarfsfeststellung von 900 Krankenhausbetten am Standort ist hierfür ein positives Signal und bildet die Grundlage für die weitere Planung.