Nach massiven Beschwerden von Anwohnern über nächtlichen Lärm, öffentliches Urinieren und Glasscherben rund um die Kioske (sogenannte Spätis) und Gaststätten im Univiertel hat es sich die Stadt im vergangenen Sommer zum Ziel gesetzt, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden. Es wurden mehrere Austauschrunden mit Kiosk- und Gaststättenbetreibern sowie Anwohnern durchgeführt. Mit verschiedenen Maßnahmen sollten die Nachtruhe der Bewohner und die Interessen der Feiernden in Einklang gebracht werden.
Zum Saisonstart verpflichteten sich alle betroffenen Betriebe freiwillig, nach 24 Uhr kein Flaschenbier und keinen Alkohol-to-go mehr zu verkaufen. Plakate appellierten an die Feiernden, Toiletten und Mülleimer zu benutzen und nach 22 Uhr auf die eigene Lautstärke zu achten. Das Allparteiliche Konfliktmanagement (AKIM) des Sozialreferats war im Außendienst unterwegs, um die Feiernden für die Einhaltung der Regeln zu sensibilisieren, und erstellte einen Bericht zur Situation vor Ort. Darin zeigt sich: Diese hat sich nicht merklich verbessert. „Je dichter das Feier-Geschehen, desto weniger ist die Rücksichtnahme auf Anwohnende im Bewusstsein”, heißt es im Bericht.
Da sich Feiernde bis in die Nachtstunden mit Alkohol-to-go versorgen können und diesen auf der Straße konsumieren, ist der Lärmpegel im Univiertel weiterhin hoch – verbunden mit den Begleiterscheinungen wie Glasscherben auf Gehwegen und Urinieren in Hauseingängen und Hinterhöfen. Bei der Bezirksinspektion und der Regierung von Oberbayern gehen regelmäßig Beschwerden von Anwohnern ein, deren Nachtruhe gestört wird.
Oberbürgermeister Dominik Krause fordert die Kioskbetreiber deshalb nochmals auf, die vereinbarten Regeln einzuhalten und ihren Beitrag zu einem verträglichen Miteinander im Univiertel zu leisten: „Ein Miteinander von Feiernden, Gewerbetreibenden und Anwohnenden kann nur gelingen, wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen”, sagt er: „Ich fordere deshalb alle Gewerbetreibenden im Univiertel auf, sich ab sofort an die vorgeschriebenen und vereinbarten Regeln zu halten und dafür zu sorgen, dass sich der Lärm auf den Straßen ab 22 Uhr deutlich minimiert. Die Anwohnenden haben ein Recht auf Nachtruhe. Sollte bis Mitte Juli keine deutliche Veränderung spürbar sein, sind wir gezwungen, das Verkaufsverbot für Flaschenbier wieder ab 22 Uhr zu verhängen.“
Aktuell halten sich mehrere Kioske nicht an die freiwillige Selbstverpflichtung, nach Mitternacht kein Bier mehr zu verkaufen. Die zuständige Bezirksinspektion hat darüber hinaus festgestellt, dass einige Betriebe entgegen den gesetzlichen Vorgaben außerhalb der Ladenschlusszeiten auch hochprozentigen Alkohol abgeben. Buß- und Zwangsgelder sind die Folge.
Der Umgang einiger Kioskbetreiber mit städtischen Mitarbeitern, die die gesetzlichen sowie vereinbarten Spielregeln vor Ort durchsetzen wollen, sei zuweilen respektlos, teilte die Stadt mit. Auch dies zeige die bislang fehlende Sensibilität für die Situation, zumal die Verwaltung nach eigenen Angaben versucht, alle berechtigten Interessen in einen angemessenen Ausgleich zu bringen.
„In den vergangenen Monaten haben sich viele städtische Mitarbeitende dafür eingesetzt, die Interessen aller Beteiligten im Univiertel in einen Ausgleich zu bringen. Ich danke ihnen sehr für die intensiven Bemühungen”, sagt Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller und fährt fort: „Es wäre schade, wenn sich ihr Einsatz nicht auszahlt, und ich hoffe, dass die Gewerbetreibenden nun ihren Beitrag zu einem guten Miteinander leisten.“